Meine sehr geehrten Damen und Herren, für den heutigen Vormittag richte ich jetzt zum letzten Mal das Wort an Sie. Haben Sie den „Plumps“ gehört, als dieser Stein der Belastung in der Frage „Satzungsänderung“ von mir gerutscht ist!? Ich bin froh und dankbar für diese eindrucksvolle Entscheidung und Ihr Votum.

Auf jeden Fall bedanken sich Vorstand und das Präsidium bei Ihnen für Ihr Vertrauen. Jetzt gilt es den rbv weiter neu auszurichten, die Ziele und Vorgaben hinsichtlich Partnerschaften, Allianzen und Regelwerk anzupacken. Da liegt viel Arbeit vor uns. Das gehen wir hoch motiviert an.

Mit dieser heute beschlossenen Satzungsänderung geben wir neuen, interessierten und kompetenten Mitgliedern aus Ingenieurbüros und von Herstellern die Chance sich technisch und fachlich auf hohem Niveau bei uns einzubringen. Mit dieser qualifizierten Unterstützung wollen wir ein internationales Netzwerk schaffen, ein Regelwerk kreieren, das die Handschrift des qualifizierten Leitungsbaus trägt und europäischen Anforderungen Stand hält. Wir – das sind die Leitungsbauer mit Leidenschaft!

Auch in der Frage Compliance sind wir auf dem richtigen Weg, auch zum Schutz unserer Ehrenamtsträger und hauptamtlichen Mitarbeiter:

- Der rbv ist ein technisch-wissenschaftlicher Verband.
- Wir arbeiten mit an Normung und Zertifizierung.
- Wir sind ein Interessensverband der Leitungsbauer.
- Wir leisten technische Lobbyarbeit auf vielen Ebenen.
- Wir sind loyal und kollegial im Umgang miteinander.
- Wir haben nichts zu verbergen.
- Wir sind offen und transparent.
- Wir halten uns an unsere Compliance-Regeln

Lassen Sie mich zum Ende der heutigen Mitgliederversammlung noch einmal die oft zitierte und von Auftraggeberseite sehr heftig kritisierte Veranstaltung „Infrastruktur in Not“ in Erinnerung bringen. Das hat damals richtig schön Wellen geschlagen! Der Aufschrei war groß.

Die Frage sei erlaubt: Hat sich seitdem etwas verbessert? Der Zustand der unterirdischen Infrastruktur ist weiter schlechter geworden, die Investitionen zum Erhalt der vielfältigen Netze wurden weiter reduziert, ein skandalöser Zustand, wie ich meine. Das einzige was sich positiv entwickelt hat ist die Tatsache, dass die damals lautesten Widersacher gegen unsere Aussagen und unsere Initiative mittlerweile mehr oder weniger kleinlaut zugeben, dass wir mit unseren Einschätzungen und Situationsbeschreibungen wohl doch oder bedingt Recht hatten. Nützt uns das? Die Investitionen sind in gewissen Sparten immer noch rückläufig, geschuldet der Bundesnetzagentur, der Energiewende und der Finanznot vieler Kommunen. Politisch gewollte Sonderprogramme wie „Flächendeckendes Schnelles Internet“ helfen zeitweilig, verpuffen aber wie Wasser auf heißem Stein. Und wenn die Höchstspannungs-Gleichstrom-Trassen so zügig weiter gebaut werden wie jetzt, dann können meine Enkel noch davon reden. Wir sind ein reiches, wohlhabendes Land und lassen unser Tafelsilber Infrastruktur verkommen.

In der europäischen Finanzkrise redet man häufig und gern von „systemrelevanten Banken“, deren Rettung und Erhalt gesellschaftspolitisch wichtig und von höchster Priorität ist. Kein Politiker bei uns redet davon, dass die unterirdische Infrastruktur eine „systemrelevante Struktur“ ist!

Und ohne uns gibt es keine funktionierende Infrastruktur und ohne uns, wenn man uns weiterhin die notwendigen Umsätze und Auslastungen verweigert, dann in Zukunft eine kollabierende und funktionsbeschränkte Infrastruktur. Eine dunkle und düstere Prognose für uns und für unser Land. Wir reden nicht im Konjunktiv – wir nennen diese Dinge beim Namen! Es wäre jedoch nicht in Ordnung Sie, verehrte Mitglieder, mit diesem belastenden Szenario aus dieser Mitgliederversammlung zu verabschieden, wenn ich Ihnen nicht doch noch etwas Positives mit auf den Weg geben könnte.

Den Brücken- und Straßenbauern ist es gelungen auf die Misere von Straßen und Brücken hinzuweisen und milliardenschwere Investitionsprogramme ins Leben zu rufen. Das sollte für uns Ansporn sein Gleiches zu tun. Wir bieten der Ver- und Entsorgungswirtschaft an, gemeinsam auf die Politik einzuwirken, damit diese nicht nur an die oberirdische Infra­struktur denkt, sondern auch für die unterirdische zu sorgen hat.

Wir werden das Thema „Infrastruktur in Not“ verändert angehen müssen, aber in jedem Fall von unserem Recht als Fachleute Gebrauch machen, hier auf die vorliegenden Missstände öffentlich hinzuweisen. Ganz sicher bin ich mir, dass es aus den anderen Partner- und Fachverbänden dazu entsprechende Unterstützung geben wird.

Auf Ihren rbv können Sie sich verlassen.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse, hoffe auch im kommenden Jahr auf Ihre Unterstützung in der Arbeit für unseren Verband. Die Mitgliederversammlung 2017 in Leipzig ist hiermit offiziell beendet.


Kontakt

Rohrleitungsbauverband e. V.
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T +49 221 376 68-20 
F +49 221 376 68-60
E-Mail: info@rohrleitungsbauverband.de

Bau auf Sicherheit. Bau auf Dich.

 

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